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10.01.2022 / 8 Shevat 5782

Im Dazwischen angekommen? Wir suchen Ihre Geschichten für ein Kunstprojekt

Der 8. Mai bedeutet Ihnen eher wenig, dafür der 9. Mai umso mehr? Mit Schoa-Mahnmälern können Sie sich nicht so gut identifizieren, dafür war Ihre Kindheit geprägt von Erzählungen Ihrer Großeltern über den Sieg der Roten Armee? Sie fühlen sich oft zwischen den Stühlen, es sei denn sie können stundenlang mit anderen Menschen über die beste Form Tee zu brühen beraten? (zur russischen Fassung)

Zwischen 1989 und 2005 wandern etwa 200.000 Jüdinnen*Juden aus der ehemaligen Sowjetunion in die Bundesrepublik ein. Heute machen Menschen mit einem postsowjetischen Hintergrund einen Großteil der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland aus. Vereint sie neben dem Gefühl der Fremde auch eine neue Annäherung an das Judentum als verlorengeglaubte Religion? Ihre Erzählungen sind ein wichtiger Bestandteil des wiedervereinten Deutschlands, aber in den Museen und Schulbüchern kommen ihre Geschichten kaum oder nur am Rande vor. Wie sieht jüdische Erinnerung in Deutschland vor dem Hintergrund einer Vielzahl von Erfahrungen und Biografien heute aus? Und welche neuen Formen können neben einer etablierten und ritualisierten Erinnerungspraxis entstehen?

Für ein Interviewprojekt suchen wir Menschen, die selbst oder deren Eltern, oder Großeltern migriert sind – bspw. aber nicht ausschließlich im sogenannten "jüdischen Kontingentverfahren“ – und die mit uns darüber sprechen möchten, wie sie erinnern: an die Schoa, an das Überleben, an den Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland. Uns interessiert: Wie erinnerten Sie damals, wie heute hier in Deutschland? Hat sich ihr Erinnern verändert? Fühlen Sie sich in Deutschland gesehen? Fühlen Sie sich in der Gemeinde gesehen? Und am wichtigsten: Wie trinken Sie ihren Tee?

Die Interviews werden von der Journalistin Erica Zingher geführt und von der Künstlergruppe andpartnersincrime dokumentarisch begleitet. Entstehen soll daraus eine künstlerische Arbeit, die im Mai 2022 in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.

Die Gespräche können auf Deutsch, Russisch oder auf Anfrage in einer anderen Sprache geführt werden.

Zeitlicher Rahmen:

Einzelne Vorgespräche im Januar und Februar. Interview-Videodrehtermine in der Woche vom 19.02. – 27.02.2022

Kontakt:

Wenn Sie Interesse haben sich mit uns zu unterhalten und an dem Projekt mitzuwirken, dann schreiben Sie uns gerne eine kurze Email an kultur@jg-ffm.de oder rufen Sie uns an: 069 768036-135.

Ein Projekt der Kulturabteilung der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main mit andpartnersincrime gefördert durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.

andpartnersincrime wird gefördert durch die Mehrjahresförderung des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main.

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Termin
10.01.2022

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