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Die Jüdischen Kulturwochen

vom 03.-17.10.2021

zum Programm & Tickets

Abenteuerliche Juden und alle anderen abenteuerlichen Leute auch

Dmitrij Kapitelman spricht mit Marc Grünbaum

zu Episode 10 des Mischpokasts

Berge kommen nicht zusammen. Aber Menschen.

Jüdische Weisheit

Religiöses Leben

Wer ein Haus baut, will bleiben.

Prof. Dr. Salomon Korn

Unsere Gemeinde

Ein Mensch soll leben. Schon der Neugierde wegen.

Jüdisches Sprichwort

Erziehung & Jugend

Bewerbungsphase für Beni-Bloch-Preis für Jugendengagement gestartet

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Was für eine außergewöhnliche und besondere Zeit! Und dies aus vielerlei Sicht: Wir empfinden die Zeit vor Rosh Hashana als besonders intensiv, da wir uns einerseits auf das festliche Begehen von Rosh Hashana vorbereiten, andererseits aber auch die anstehenden Jamim Noraim, die zwischen Rosh Hashana und Jom Kippur liegen, als eine Zeit der Buße und Umkehr erwarten und diese mit den Slichot bereits eingeläutet haben. Dabei kommt man nicht umher das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.

Wie bereits im vergangenen Jahr blicken wir auch heute auf herausfordernde 12 Monate zurück. Das Pandemie-Geschehen, das immer noch weite Teile des Alltagslebens eingeschränkt hat und es wohl auch noch eine Weile tun wird, aber auch die positiven Erlebnisse und Errungenschaften, die wir gemeinsam trotz aller Widrigkeiten erreicht haben, sollten nicht unerwähnt bleiben.

Glücklicherweise besitzen die meisten unserer Gemeindemitglieder nun schon einen vollständigen Impfschutz, der uns aber nicht weniger vorsichtig werden lassen darf. Daher wird es auch in diesem Jahr „anders als sonst“. Nach wie vor müssen wir uns alle auch zu den Hohen Feiertagen an Vorsichtsmaßnahmen halten, die ein unbeschwertes Miteinander beeinträchtigen. Und auch die Tatsache, dass das Reisen nach Israel und der Besuch von Verwandten nicht einfach möglich bis gar unmöglich ist, befeuert für viele die Sehnsucht umso mehr. Aber gerade deswegen wollen wir das Positive hervorheben und uns freuen, dass es die Möglichkeit eines gemeinsamen Begehens der Feiertage überhaupt gibt. Ich danke an dieser Stelle allen Verantwortlichen der Betergemeinschaften, die zusammen mit dem Rabbinat und unserer Verwaltung die Gestaltungsmöglichkeiten erarbeitet haben. Also freuen wir uns über das Zusammensein! Denn das ist und bleibt das Wichtigste in unserer großen Gemeindefamilie.

Es ist uns im letzten Jahr gelungen, diese Gemeindefamilie bereits auf vielfältige und kreative Weise zusammenzuführen, ob nun bei Open-Air-Events oder aber bei präzise vorbereiteten religiösen, kulturellen oder politischen Veranstaltungen in unseren Räumen, die neben der eigentlichen Thematik immer das Wohl der Besucher im Blick hatten.

Wir können auch dankbar darüber sein, dass wir als erste jüdische Gemeinde bundesweit, unseren ältesten Mitgliedern die Möglichkeit bieten konnten, sich in unserem Ignatz Bubis-Gemeindezentrum, also in einem geschützten und ihnen bekannten Raum, impfen zu lassen. Wir blicken des Weiteren mit Stolz auf unseren ersten Abiturjahrgang unserer I. E. Lichtigfeld-Schule zurück. Der erste Abiturjahrgang an einer jüdischen Schule in Frankfurt seit 1939 – ein starkes Zeichen eines selbstbewussten und zukunftsgewandten jüdischen Lebens in unserer Stadt. Zudem konnten wir ein Gefühl oder besser gesagt „Geschmack“ von Shabbes mit unserem „Kiddusch für Alle“-Angebot vermitteln und haben uns darüber gefreut, dass es so zahlreich in Anspruch genommen wurde. Als erste jüdische Gemeinde haben wir außerdem im vergangenen Jahr ein von der Stadt anerkanntes und gefördertes Familienzentrum eröffnet, das sowohl jungen Familien Unterstützung und Begleitung bietet als auch Aktivitäten für ein generationsübergreifendes Miteinander präsentiert. Und diesen Sommer haben wir zum ersten Mal ein Pop-Up Café und eine Pop-up Bar für Gemeindemitglieder, Freunde und Interessierte im Hof unseres Gemeindezentrums organisiert, die durch ein vielfältiges kulturelles Begleitprogramm viele Leute zusammenbrachten. Dies ist sicherlich etwas, das wir uns für das kommende Jahr vorbehalten wollen.

Politisch blicken wir auf ein nicht minder anstrengendes Jahr zurück. Die bundesweiten antisemitischen Ausschreitungen und Übergriffe bei den anti-israelischen Demonstrationen im Mai während des tausendfachen Raketenbeschusses auf Israel, Querdenker-Demonstrationen und Verschwörungstheoretiker sowie Shoa-Relativierer – all‘ dies hat uns besorgt und uns in unserer Arbeit bekräftigt, dagegen vorzugehen. Wir werden nie müde, hier unsere Stimme zu erheben und immer wieder zu betonen, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe bleibt, Antisemitismus, egal in welcher Form er sich äußert, zu bekämpfen. Die Solidarität, die uns aber ebenfalls entgegengebracht wurde, wissen wir dabei ebenso zu schätzen. Erfreulich war zudem, dass nach langen und intensiven Verhandlungen auf Stadt- und Landesebene, wir einen erfolgreichen Abschluss des neuen Stadtvertrags und des neuen Staatsvertrags erzielt haben. So werden wir zum ersten Mal gesonderte Zuwendungen für unseren Sicherheitsposten erhalten, was uns ermöglichen wird die bisher dafür aufgewendeten Mittel bereits im kommenden Jahr für die Förderung des religiösen und kulturellen jüdischen Lebens zu nutzen. Wir freuen uns auch auf die Fortführung der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der neuen Stadtregierung, die wir bereits aufgenommen haben.

Und á propos kommendes Jahr: Die gesamte Mitarbeiterschaft sowie der Vorstand, der Gemeinderat und alle Kommissionen sind auch schon kräftig dabei, Pläne für 5782 zu erstellen, Ideen auszuarbeiten und Projekte umzusetzen. Dazu gehören unter anderem die Neugestaltung unseres Seniorenclubs zum Gemeindeclub mit vielfältigen Angeboten oder die Einstellung eines Jugendreferenten oder einer Jugendreferentin zur Unterstützung der religiösen Kinder- und Jugendarbeit unserer Gemeinde. Ganz besonders am Herzen liegt uns die Verleihung unseres Beni Bloch-Preises für Jugendengagement, den wir zu Ehren Beni Blochs, sel. A. und seinem lebenslangen Engagement ins Leben gerufen haben. Der Projektstart für die Bewerbungen erfolgte mit dem Beginn des neuen Schuljahrs.

Wir haben also sehr viel vor – und zwar gemeinsam und mit vereinten Kräften! Wir blicken daher zuversichtlich auf das neue Jahr und werden uns weiterhin bei künftigen Herausforderungen gegenseitig stärken. Denn wenn nicht in der großen Gemeindefamilie, wo sonst?!

Im Namen des gesamten Vorstands und Gemeinderats, wünsche ich allen Gemeindemitgliedern, ihren Familien und Freunden ein gesundes, glückliches und süßes neues Jahr 5782! Leschana towa tikatewu wetechatemu! Chatima Tova!

לשנה טובה תכתבו ותכתמו וחתימה טובה

Ihr

Prof. Dr. Salomon Korn

Vorstandsvorsitzender