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23.04.2017 / Nisan - Iyyar

Vortrag / Anlässlich des Jom haScho‘a: NS-Täter heute vor Gericht

50 Jahre nach den Frankfurter Auschwitzprozessen feiert die Justiz Erfolge - Ein Bericht der Nebenklägervertreter Prof. Dr. Cornelius Nestler, Thomas Walther und Manuel Mayer

Die drei Vertreter der Nebenkläger und NS-Überlebenden, Prof. Dr. Cornelius Nestler, RA Thomas Walther und RA Manuel Mayer sprechen anlässlich des Jom haScho’a über das jahrzehntelange Versagen der Justiz bei der Verfolgung von NS-Verbrechen und über den im Juni 2016 erlangten Meilenstein in der Rechtsprechung bei Strafverfahren gegen NS-Täter.

Auschwitz war insgesamt eine Mordfabrik. Heute (…) ist zum ersten Mal gesagt worden, wer in Auschwitz als SS-Angehöriger eine Funktion in der Mordfabrik hatte, ist mitverantwortlich für alle Formen des Mordes, die dort stattgefunden haben.“ – Cornelius Nestler am 17.06.2016 im tagesthemen-Interview

Professor Nestler, der Nebenkläger in den Strafverfahren gegen John Demjanuk, Oskar Gröning und Reinhold Hanning vertreten hat, wird erläutern, warum die Verfahren erst jetzt, mehr als 50 Jahre nach den Auschwitzprozessen und mehr als 70 Jahre nach der Befreiung, möglich wurden.

Rechtsanwalt Walther wird nicht nur die juristische, sondern die menschliche Tragödie beleuchten, indem er veranschaulicht, welchen Einfluss die Prozesse auf die Überlebenden haben, die damit ein Stück Gerechtigkeit erfahren. Schließlich zeigt Rechtsanwalt Mayer die politische Dimension der juristischen Erfolge auf. Mehr zu der Nebenklage Auschwitz finden Sie hier und hier.

Im Anschluss an den Vortrag können Fragen gestellt werden. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere auch an ein Laienpublikum.

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen und bitten um Anmeldung unter kultur@jg-ffm.de.

Anmerkung zum Veranstaltungsort: Von Dezember 1963 bis August 1965 fand der erste Frankfurter Auschwitzprozess statt, zunächst im Plenarsaal des Römers und – seit April 1964 – im Haus Gallus, dem heutigen Saalbau Gallus. Die justizielle Aufklärung ist dem damaligen Hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer zu verdanken. Über 200 Überlebende bezeugten mit ihren Aussagen die Verbrechen der Angeklagten.

Termininfos

Termin
23.04.2017
Beginn
17:30:00 Uhr
Eintritt
freier Eintritt; wir bitten um Anmeldung unter kultur@jg-ffm.de
Veranstalter
Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main
Veranstaltungsort

Frankenallee 111
60326 Frankfurt am Main

 https://www.saalbau.com

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